Die LPV Gießen feiert ihr 30-jähriges Bestehen!

Am 18.09.2021 feierte die Landschaftspflegevereinigung Gießen e.V. ihr 30-jähriges Bestehen. Gegründet am 10. Juni 1991, also mit etwas Verspätung, konnte nun endlich die Feier stattfinden.

 

Veranstaltungsort war das Vereinsheim, am Saasener Sportplatz, der auch gleichzeitig innerhalb eines der über 100 Naturschutzprojekte der LPV Gießen liegt - dem sogenannten „Wingertsberg“. Vor Ort waren ca. 50 Vertretende von Kommunen, Landkreis, aktiven Verbänden und Landwirtschaft, die selbst Mitglied der LPV Gießen sind oder in Kooperation mit dieser stehen.

Bei sonnigem Wetter eröffnete die Vorsitzende Fr. Dr. Schmahl die Feierlichkeiten mit einer Rede über die Gründungsphase der LPV. So konnten die Zuhörer erfahren, dass sich der Landschaftspflegeverband, der sich in Gießen etwas anders nennt, nicht immer in einer finanziell stabilen Lage befand und zeitweise sogar durch Kredite aus öffentlicher Hand gestützt werden musste. Dennoch war der Überlebenswille stark und die LPV, deren gesamtes Arbeitsteam zeitweise nur aus zwei Angestellten bestand, fand ihren Weg aus der Krise. Die Geschäftsstelle wanderte im Laufe der Zeit durch verschiedene Kommunen des Landkreises und war nur zu Beginn in behördlichen Räumen angesiedelt. So fand sie ihren Weg sehr bald schon durch Reiskirchen-Ettingshausen über Hungen wieder zurück nach Reiskirchen, wo sie nun seit 2019 im alten Pfarrhaus ansässig ist.

 

Landrätin Anita Schneider, der Reiskirchener Bürgermeister Dietmar Kromm sowie Dr. Dietmar Simmering vom Deutschen Verband für Landschaftspflege richteten anschließend Grußworte an die Anwesenden. Insbesondere der zum Ende des Jahres aus dem Team der LPV ausscheidenden Ingrid Moser, stellte man unisono ein gutes Zeugnis aus.
Dietmar Kromm berichtete unter anderem von der erfolgreichen Streuobst-Wiederherstellung im Bereich der Hohl. Hier begann die LPV im Jahr 2018 mit der Sanierung des Bestandes unter Zusammenarbeit zahlreicher örtlicher Vereine und ehrenamtlich Aktiver. So fahre er wieder gerne durch die „Hohl“, versicherte Kromm.
Auch die Landrätin berichtete von der Bedeutung und Öffentlichkeitswirksamkeit des Streuobstes. So wünschte sie sich, dass die Verwertung des anfallenden Obstes auf den Wiesen auch in Zukunft weiterbetrieben werde. 
Dr. Simmering (DVL), der Koordinator der hessischen Landschaftspflegeverbände, beschrieb die Vorreiterrolle des LPV Gießen – sowohl in Hessen, als auch in der Bundesrepublik. Er hob besonders den, seiner Meinung nach, gelungenen Generationswechsel hervor und prognostizierte, dass die LPV Gießen mit ihrem derzeitigen Team für die nächsten Jahre gut aufgestellt sei.

 

Im Anschluss sprach Ingrid Moser über die Geschichte der LPV Gießen von der Gründung bis heute. Fast schon peinlich berührt aufgrund der zahlreichen lobenden Worte ihrer Vorredner, berichtete sie beispielhaft von Projekten und Anekdoten aus ihrem Alltag als langjährige Geschäftsführerin.  So war sie sich auch für die schwierigsten Arbeiten nicht zu schade und markierte bspw. die Entfernung von Hecken oder anderen Gehölzen im Kriechgang – oft ohne Rücksicht auf eigene Verluste. Hart im Nehmen, musste sie dennoch, vielleicht auch nur, weil die Kollegin darauf bestand, nach einer solchen Entbuschungsaktion ins Krankenhaus. Am nächsten Tag war sie jedoch wieder, wie gewohnt, einsatzfähig und an ihrem Arbeitsplatz.

 

Anschließend stellte sich Fabian Zech, der seit 2017 bei der LPV angestellt ist, als neuer Geschäftsführer vor und spannte den Bogen zu aktuellen Projekten der LPV am Beispiel des Veranstaltungsortes am „Wingertsberg“. Dort sei die LPV schon seit 16 Jahren aktiv und binde örtliche Akteure und Landwirte in die Maßnahmenumsetzung ein. Er bedankte sich ausdrücklich bei allen Beteiligten, die zum Erfolg der LPV beigetragen haben. Sei es seine Vorgängerin, die aufgrund ihrer effektiven Arbeitsweise dutzende Naturschutzprojekte im Landkreis angestoßen habe und derer großes Erbe er nun antrete oder auch für die Durchführung der Naturschutzprojekte unverzichtbaren Landwirte und Akteure. Auch die Kolleginnen und Kollegen, die zum Erfolg der Veranstaltung maßgeblich beigetragen haben, ließ er nicht unerwähnt. 

Foto: Fabian Zech (neuer Geschäftsführer der LPV)

 

Nach den Redebeiträgen wurden drei der anwesenden Gründungsmitglieder für langjährige Mitgliedschaft in der LPV Gießen geehrt und erhielten eine entsprechende Würdigung in Form einer Ehrenurkunde sowie einem Präsentkorb.

 

Gestärkt durch Kaffee und Kuchen konnte daraufhin ein Teil der Naturschutzflächen am „Wingertsberg“ mit botanischer Expertise durch Dirk Bönsel, selbst im Vorstand der LPV aktiv, begangen werden. Die Teilnehmer hatten so die Möglichkeit nachzuvollziehen, wie sich die Pflege des Areals auf die Artenzusammensetzung auswirkt. So konnten neben dem Knolligen Hahnenfuß oder dem Hasenklee, auch verschiedene Arten der Glockenblume oder auch die Heidenelke festgestellt werden. Viele der gefundenen Arten waren auf die stellenweise besondere Kargheit der Böden zurückzuführen. So fanden sich an freiliegendem Basaltgestein zum Beispiel auch verschiedene Arten des weitbekannten Thymians.

Foto: Exkursion über den „Wingertsberg“

 

Diejenigen, die nicht an der botanischen Exkursion teilnahmen, hatten die Möglichkeit einer Bilderpräsentation der LPV Gießen zu folgen, die die Entwicklung vieler verschiedener Naturschutzprojekte im gesamten Landkreis dokumentierte.

Zum Abschluss der Feier gab es Gegrilltes von der „Grimmicher Eventstube“ bei entspanntem Austausch zu verschiedensten Themen. So wurde an diesem Abend vielleicht auch der ein oder andere Grundstein für eine weitere Naturschutzmaßnahme im Landkreis gesetzt.

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