Der Pestilenzstrauch

Der Pestilenzstrauch ist eines der jüngeren Projekte der LPV: Mit der Umsetzung wurde im Jahr 2009 begonnen. Bei dem Projekt zeigt sich eine gelungene Verknüpfung von Naturschutz, hochwertigem Ausgleich für Baugebiete und Denkmalschutz bzw. historischem Verantwortungsbewußtsein.


Der Pestilenzstrauch ist ein verbuschtes Magerrasen-Gebiet mit außergewöhnlich markanten alten Bäumen und Steinformationen. Allerdings hat das Gebiet auch historische Bedeutung: Zwischen dem 15. bis 17. Jahrhundert zogen sich die Allendorfer Bürger, heimgesucht vom Schwarzen Tod, der Pest, in dieses Gebiet zurück und hofften, so der Krankheit zu entkommen. Dies gelang nicht: So mußte neben dem Pestilenzstrauch ein Pestfriedhof angelegt werden.


Unter der Aufsicht der Landesdenkmalbehörde und örtlicher Beauftragter hat die LPV die alte gestückte Friedhofsmauer im Sommer 2009 wieder freistellen lassen. Im Winter 2009/2010 wurden erste Freistellungsarbeiten auf dem Gelände des Pestilenzstrauches vorgenommen. Beteiligt sind wiederum örtliche Akteure: Neben dem Angelsportverein, dem Ortsbauernverband, der Wenner Ronde und dem Geflügelzuchtverein ist auch eine politische Gruppierung aktiv.


Die Flächen werden von der Stadt Allendorf/Lda. als Kompensationsmaßnahme für mehrere Baugebiete und Bauvorhaben genutzt. Darüber hinaus konnte man aus diesem Pool Flächen als Kompensation für Einzelbauvorhaben verkaufen, was auch in geringem Maße die Haushaltssituation der Stadt aufbesserte.

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