Sicherung des Streuobstgebietes "Hohl" Reiskirchen

Im Zuge der Sicherung von Streuobstgebieten ist es der Landschaftspflegevereinigung Gießen e.V. gelungen, Naturschutzmittel des Landes Hessen für das Streuobstgebiet „Hohl“ in Reiskirchen zu akquirieren.

 

 

Die LPV Gießen setzt mit Hilfe von Fördermitteln in den Jahren 2018 bis jetzt Sanierungsmaßnahmen zum Erhalt des Streuobstgebietes um, da sich dessen Zustand im Laufe der Jahre weiter verschlechtert hat. Die LPV Gießen will durch die Sicherung des Streuobstbestandes dieser Negativentwicklung entgegenwirken und noch dazu zur Erhöhung der Artenvielfalt beitragen. Nichtsdestotrotz gilt es hier zu erwähnen, dass sich natürlich nicht alle Parzellen in einem schlechten Zustand befinden. Mancher Parzellenbesitzer steckt besonders viel Herzblut in den Erhalt seiner Obstbäume und kann so auf eine reiche Ernte hoffen. Aber nicht nur der Mensch profitiert von den Streuobstwiesen, sondern auch viele Tier- und Pflanzenarten nennen die Streuobstwiese ihr Zuhause. So finden insbesondere bedrohte Vogelarten wie der Steinkauz oder der Gartenrotschwanz in den Höhlen alter Obstbäume Unterschlupf und Nistmöglichkeiten.

 

Zu den Maßnahmen zählen:

  • Sanierungsschnitt alter Obstbäume
  • Neupflanzungen alter, heimischer Sorten und Anbringen von Baumschutz und Baumpfählen
  • Erziehungsschnitt junger Obstbäume
  • Vermittlung von Parzellen zur Grünlandpflege

Die Parzelleneigentümer haben die Chance, kostenlose Leistungen der LPV in Anspruch zu nehmen und so den Zustand ihrer Streuobstflächen zu verbessern. Insbesondere durch die Neupflanzung wird einem Totalverlust des Streuobstgebietes effektiv entgegengewirkt.

 

Zur Entwicklung eines Schutzkonzeptes wurden betroffene Parzelleneigentümer im Sommer 2018 über das Vorhaben informiert. Das Projekt wurde von den Parzellenbesitzern gut angenommen, so dass im selben Jahr das Schutzkonzept entwickelt werden konnte. Im Winter konnten bereits an den ersten Bäumen ein Erziehungsschnitt vorgenommen werden. Auch wurden bereits 40 Jungbäume gepflanzt.

Durch die erfolgreiche Arbeit im Jahr 2018 konnten wir im Jahr 2019 weitere Eigentümer dazu gewinnen, und weitere Streuobstparzelle mit Neupflanzungen versehen. Nach vielen Telefonaten und Rücksprachen konnten wir im Herbst 2019 ca. 120 junge Hochstämme pflanzen. Die Bäume, bei denen im Vorjahr noch kein Schnitt erfolgte, wurden im Winter geschnitten.

Diese Arbeiten konnten nur mit einer Vielzahl an Helfern und Vereinen ausgeführt werden. Deren Leistung würdigten wir bei einem Pressetermin mit anschließendem Frühstück.

 

Anfang 2020 bekamen die Neupflanzungen einen erweiterten Schutz, weil eine Vielzahl der Parzellen von Rindern beweidet wird. Zudem wurde im Juni und Juli von einem örtlichen Verein ein Sommerriss an den im Vorjahr geschnittenen Bäumen durchgeführt. Im Herbst wurden Pflegeschnitte bei den 2018 zuletzt geschnitten Bäumen durchgeführt. Außerdem organisiert die LPV die Ernte der nicht genutzten Obstbäume.

 

Im Jahr 2021 erfolgten weitere Erziehungsschnitte. Dabei konnte weiter am naturnahen Aufwuchs der Bäume gearbeitet werden, um die Gesunderhaltung und Stabilität der Bäume zu fördern. Zudem fand der erste Erziehungsschnitt der Jungbäume statt.

 

Im Jahr 2022 gab es eine lange Hitzeperiode, in der auch kein Regen fiel. Obwohl die Jungbäume in dieser Zeit bewässert wurden haben es nicht alle überlebt. Darum wurden sieben Jungbäume im Herbst neu gepflanzt.

 

Weiterhin sind auch Neupflanzungen möglich. Parzellenbesitzer können gerne auf uns zukommen, damit wir diese mit Ihnen planen können. 

 

Was ist die "Hohl"?

Die "Hohl" ist ein Streuobstgebiet in der Gemarkung Reiskirchen, welches entlang des Bersröder Hohlweges (daher vermutlich der Name) verläuft und in Teilen an die Wohnbebauung angrenzt. Auf Grund dieser Nähe zur Wohnbebauung können die Streuobstwiesen als Naherholungsgebiet Reiskirchens bezeichnet werden. Nahezu alle Parzellen des Areals befinden sich innerhalb des FFH-Gebietes "Wieseckaue und Jossolleraue"

Das Gesamtgebiet mit seinen ca. 700 Hochstamm-Obstbäumen besteht nahezu ausnahmslos aus älteren Hochstamm-Obstbäumen. Neupflanzungen fanden sich vor Projektbeginn nur sehr vereinzelt. Es handelt sich zum überwiegenden Teil um Apfel- und Pflaumenbäume.

Anbei einige Impressionen aus der "Hohl":

Das Projekt wird durch das Land Hessen im Rahmen der Richtlinie zur Förderung von Landschaftspflegeverbänden gefördert. Bewilligungsstelle ist das Regierungspräsidium Gießen. Die Förderung trägt insbesondere zur Umsetzung der Ziele der Hessischen Biodiversitätsstrategie bei.

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